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Ansichtskarten für den guten Zweck

Motive vom Pariser Champs-Elysée in den 60er-Jahren, eine Ansicht des Dresdner Zwingers von 1979, ein Blick auf Melbourne oder ein Weihnachtsgruß aus Prag: Aus aller Welt stammen die Ansichtskarten, die Almuth Pajevic jetzt für einen guten Zweck verschenkte. Weit über 1000 bebilderte Grüße hat die Bordesholmerin und ihr verstorbener Ehemann Milija Pajevic erhalten – und fast alle erzählen eine persönliche Geschichte.


Dicht an dicht lugen die farbigen und schwarzweißen Postkarten aus zwei Schuhkartons hervor. Besonders im Sommer kamen die Karten an, der älteste Gruß stammt von 1956 und wurde aus Pula in Istrien geschickt. Die Sendungen im DIN A6-Format hoben die Pajevics immer auf. „Für uns waren es immer Zeichen von treuer Freundschaft, allein von einem Studienfreund stammen 40 Ansichtskarten“, erzählte die pensionierte Realschullehrerin, die 1962 bis 1999 an der ehemaligen Bordesholmer Realschule unterrichtete. Ein eifriger Kartenschreiber war auch ihr im vergangenen Mai gestorbener Ehemann: Milija Pajevic, der 1956 als Flüchtling aus Jugoslawien kam, arbeitete nach seinem Volkswirtschaftsstudium am Kieler Weltwirtschaftsinstitut – und unternahm viele Dienstreisen.
Als Spezialist für Südosteuropa war der gebürtige Serbokroate vielfach im ehemaligen Ostblock unterwegs, oft auf der Suche nach sogenannter grauer Literatur. „Es ging um Bücher, die man nur unter der Hand bekommen konnte, mein Mann sprach auch Russisch und knüpfte viele Kontakte“, erinnerte sich die heute 75-jährige Pensionärin. Zu dem großen Kreis aus Freunden, Bekannten und Verwandten gehörten auch junge Menschen aus anderen Ländern, die im Kindesalter während der Sommerferien bei den Pajevics lebten. Eine Postkarte mit einem Fischerbootmotiv aus Malaysia sendete 1991 ein ehemaliges, aus Irland stammendes Ferienkind.
„Heute arbeitet der Junge als Rechtsanwalt in Dublin, und wir haben immer noch Kontakt. Sein Bruder lebt in Berlin und kam ganz überraschend zur Trauerfeier für meinen Mann, das hat mich sehr gefreut“, sagte Almuth Pajevic. Die erinnerungsträchtigen Ansichtskarten vermachte sie der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, aus dem Erlös der frankierten Post fördert die Hamburger Behinderteneinrichtung die Freizeitgestaltung ihrer Bewohner. ti
Infos zum Spenden von Briefmarken und frankierter Post für die Stiftung Alsterdorf gibt Ronald

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