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Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Springhirsch

Springhirsch. Foto: Klaus Müller

Ein Teil des Arbeitskreises „Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Bordesholmer Land“ hat sich am Sonnabend, dem 11.10.2014, auf Exkursion begeben und die Gedenkstätte Springhirsch in der Nähe von Kaltenkirchen besucht (Foto: Klaus Müller). Hier bestand in der Zeit von August 1944 bis April 1945 ein Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme. Der Bordesholmer Uwe Czerwonka ist zur Zeit Vorsitzender des Trägervereins der KZ-Gedenkstätte, er hat den Besuch des Arbeitskreises organisiert und begleitet. Das Besondere an der Veranstaltung war, dass auch der Initiator der Gedenkstätte, Dr. Gerhard Hoch, es sich nicht nehmen ließ, die Gruppe vor Ort zu begrüßen und u.a. über Fragen einer zukünftigen Gedenkstättenpädagogik zu diskutieren. Dr. Hoch ist inzwischen 91 Jahre alt und kann als derjenige bezeichnet werden, der sich in Schleswig-Holstein Mitte der 70er Jahre als Erster an die Erforschung der hiesigen NS-Geschichte herangemacht hat, damals aber auf sehr viele Widerstände gestoßen ist.

Heutzutage ist es teilweise auch nicht so ganz einfach, in Kirchen- und Gemeindearchiven zu forschen. Die Situation hat sich aber deutlich verbessert, wie das Bordesholmer Beispiel zeigt: Das Amt und die Gemeinde unterstützen die Arbeit des Arbeitskreises in vorbildlicher Weise. Wenn alle Gemeinden nach 1945 so mit der NS-Vergangenheit umgegangen wären, dann würden wir heute nicht mehr über das Phänomen Nationalsozialismus diskutieren müssen.

An dieser Stelle auch ein Aufruf:

Wer kann sich an die Zeit in Bordesholm von 1940-44 erinnern?

Der Arbeitskreis zur Erforschung des Einsatzes von Kriegsgefangenen und anderen Zwangsarbeitern in Bordesholm und Umgebung kann inzwischen einige interessante Forschungsergebnisse vorweisen, z. B. hinsichtlich der Möbelfabrik Spethmann (Kieler Tischfabrik, heute Zimmerei Elwardt). In der südwestlichen Ecke des Betriebsgrundstückes (am Ufer des Bordesholmer Sees) befanden sich zwei Baracken, die als Unterkunft für ausländische Arbeitskräfte gedient haben. Wer kann sich an die Jahre 1940-41 erinnern und weiß, welche Ausländer dort untergebracht worden sind? Im November 1942 sind mindestens 31 junge Frauen aus der Ukraine zur Arbeit bei Spethmann verpflichtet worden. Sie werden sicherlich in einer der beiden Baracken (oder vielleicht in beiden Baracken) gewohnt haben.

Es steht fest, dass bei Spethmann auch kriegsgefangene Franzosen gearbeitet haben. Nur wissen wir nicht, ob sie auch in einer der beiden Baracken ihre Unterkunft gefunden haben. Es ist auch möglich, dass die kriegsgefangenen Franzosen in der schräg gegenüber liegenden Gastwirtschaft Kaack (später Schneider-Werbung, heute Sehgalerie, Eidersteder Straße 21) untergebracht waren und sich nur zum Arbeiten auf dem Betriebsgelände von Spethmann aufgehalten haben. Wer darüber Näheres weiß, wende sich bitte an Ronald Büssow (04322-699674) oder Uwe Fentsahm (04322-5217).

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